Donnerstag, 16. Februar 2017

Gebäudeenergiegesetz: Zusammenführung von Energieeinsparrecht und EEWärmeG

Die seit langem geplante Zusammenführung von Energieeinsparrecht und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) wurde nun umgesetzt. Bundeswirtschaftsministerium und Bundesumweltministerium haben Ende Januar den Referentenentwurf zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorgelegt. Die für den 15. Februar geplante Verabschiedung des Gesetzes im Bundeskabinett wurde jedoch verschoben.

Das Gebäudeenergiegesetz vereint die drei bestehenden Regelwerke Energieeinsparungsgesetz (EnEG), Energieeinsparverordnung (EnEV) und EEWärmeG und soll am 1. Januar 2018 in Kraft treten. Das seit 2016 bestehende Anforderungsniveau für private Neubauten wurde dabei beibehalten.

Im Wesentlichen sind folgende Neuerungen geplant:

  • Als Niedrigstenergiegebäudestandard für Neubauten der öffentlichen Hand gilt ab 2019 das KfW-Effizienzhaus 55. Für den Neubau privater Wohn- und Nichtwohngebäude wird der entsprechende Standard erst später eingeführt, aber rechtzeitig vor 2021.
  • Das Anforderungssystem wurde von der Endenergie auf die Primärenergie umgestellt. Dementsprechend werden sich die Energieeffizienzklassen im Energieausweis zukünftig nicht mehr an der Endenergie, sondern an der Primärenergie orientieren.
  • Für die Ermittlung des Jahres-Primär¬energie-bedarfs soll ab Ende 2018 nur noch ein einheitliches Berechnungsverfahren, die Neufassung der DIN V 18599, gelten.
  • Bei der Erfüllung der energetischen Standards für Neubauten soll die Anrechnung von gebäudenah erzeugtem Strom erleichtert werden. Ebenso soll der Einsatz von effizienten KWK-Anlagen stärker berücksichtigt werden, wenn benachbarte Bestandsgebäude mitversorgt werden.
  • Die Primärenergiefaktoren, die entscheidend für den Primärenergieeinsatz sind, sollen zukünftig in einer separaten Verordnung neu justiert werden.
  • Bei bestehenden Gebäuden ist für die Erstellung eines Energieausweises in Zukunft eine Vor-Ort-Begehung oder die Übersendung geeigneter Fotos erforderlich.
  • Zudem wird der Energieausweis neben dem Energiekennwert auch eine Angabe über die Treibhausgasemissionen (CO2-Äquvalent) enthalten.

Haus & Grund  Deutschland hat sich in seiner Stellungnahme für die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen, gegen den Zwang zum Einsatz erneuerbarer Energien und zum Anschluss an ein Fernwärmenetz, gegen weitere Verschärfungen zum Energieausweis sowie für Erleichterungen bei der Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien und der Energieversorgung im Quartier ausgesprochen.

Die für den 15. Februar geplante Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes im Bundeskabinett wurde auf Drängen einiger Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag verschoben.

ZV